Freitag, 11. Juli 2014
Nur drei Wimpernschläge vom Tode entfernt
Es war im Alter von fünf Jahren, als ich das erste Mal mit dem Thema Tod konfrontiert wurde. Und dies kam so: Mein Freund Elmar und ich hatten beschlossen, rüber auf die große Wiese zu wechseln. Als wir die Dorfstrasse erreichten blieb ich stehen, da ich von links ein Auto herannahen sah. Erster Wimpernschlag!
Zu meiner großen Überraschung sah ich Elmar die Fahrbahn betreten. Zweiter Wimpernschlag! Und dann ging alles ganz schnell. Als Elmar das mit hoher Geschwindigkeit herankommende Fahrzeug gewahr wurde, rannte er los. Dritter Wimpernschlag! Gleichzeitig hatte der Fahrer den Wagen schon auf die andere Fahrbahn gelenkt. Der Zusammenprall schien unvermeidlich. In höchster Not schrie ich: “ELMARRR!!!“, woraufhin er abrupt stoppte und wendete. Genau dorthin, wo nun seinerseits der Fahrer vorbeizukommen versuchte.
Elmar entging um Haaresbreite – und das kann man bildlich nehmen – dem Tode. Der Fahrer „entkam“ mit quietschenden Reifen und noch einmal richtig Vollgas gebend. Für einige Sekunden standen Elmar und ich noch schweigend da. Wir sprachen auch später nicht darüber und ich erzählte den Vorfall auch nicht zuhause.
Was hatte uns so verstummen lassen? Ich denke, es war das plötzliche instinktive Erkennen, wie schnell alles vorbei sein kann. Ob ich mir damals schon die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt habe? Ob da Jemand geholfen hat? Auf einer unterbewussten Ebene mag dies tatsächlich der Fall gewesen sein. Ich weiß es nicht!?
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